Von leeren Leuchttürmen und salzigem Licht

Leuchttürme sind eine feine Sache. Sie eignen sich als Motiv für Landschaftsaufnahmen, als touristische Attraktion, und umgebaut auch als Restaurant. Etliche sind heute sogar noch in Betrieb!

Gleichwohl, eines gibt es praktisch nicht mehr: den Leuchtturmwärter. Die Technik hat ihn obsolet werden lassen. Im Leuchtturm werden die Lichtsignale nun ferngesteuert. Und außerhalb des Leuchtturms navigieren Schiffe ohnehin grundsätzlich mit GPS. Der Leuchtturm: nur eine Sicherheitsmaßnahme, falls die Technik an Bord versagt.

Licht an den Unis

Was nun haben Leuchttürme mit der Universität von heute zu tun?

Bildungskritisch könnte man fragen, ob und inwiefern die Hochschulen zukunftsfähig sind. Das erörtern wir aber ein anderes Mal.

Nein, als christliche Hochschulgruppe müssen wir uns vielmehr fragen: Bauen wir Leuchttürme, dazu bestimmt, verwaist dazustehen? Lediglich eine Option in äußerster Not? Bereitet unsere Tätigkeit Menschen auf ein fruchtbares Leben in der Gesellschaft vor, oder investieren wir in nette, doch letztlich irrelevante “Landschaftsverschönerung”?

Beim Thema Leuchttürme und Licht fallen dem Bibelleser vielleicht die Worte Jesu ein: “Ihr seid das Licht der Welt” [Mt 5:14] – ein Anspruch, dem schon Generationen von Christen vor uns (mühsam) gerecht werden wollten!

Aber ist das bestenfalls Wunschdenken? Nein, glauben wir bei Studenten für Christus. Gerade Studierende haben heute die Möglichkeit, ihr Licht in der Gesellschaft leuchten zu lassen. Nicht nur durch ihre Persönlichkeit, nicht nur im Bekanntenkreis, nicht nur durch ein Ehrenamt. Ob Mikrosystemtechnik oder Lehramt, ob Recht, Volkswirtschaft oder Molekularbiologie, ob internationale Beziehungen, Maschinenbau, Mediengestaltung oder Medizin: überall sind die Studenten von heute diejenigen, die der Gesellschaft von morgen durch ihre Wissensvermittlung, -anwendung und -vermehrung den Stempel aufdrücken werden.

Studenten prägen —Zukunft gestalten

Apropos Stempel aufdrücken: Wo im Neuen Testament von Vorbildern die Rede ist, verbirgt sich dahinter das griechische Wort typos – das Wort für den Prägestempel in der Münzherstellung.

Und da sind wir genau beim zentralen Anliegen von SfC, bei unserer Vision: Wir wollen Studenten prägen und damit Zukunft gestalten!

Die knapp 2,5 Millionen Studierenden an den deutschen Hochschulen sind, gemessen an der Gesamtbevölkerung, keine riesige Gruppe. Und doch werden alle Gesellschaftsbereiche – Politik, Wirtschaft, Bildung, Medien, Familie, Kunst & Unterhaltung sowie Religion – maßgeblich von Hochschulabsolventen beeinflusst.

Charles Malik, verstorbener UN-Botschafter, Doktor der Philosophie und Mitautor der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte – und in all dem gläubiger Christ – brachte es so auf den Punkt:

“Die Universität ist ein klarer Drehpunkt, um die Welt zu bewegen. …verändere die Universität, und du veränderst die Welt.”

Nur die, denen in der wegweisenden Zeit ihres Studiums die christlichen Werte eingeprägt wurden, werden sich in ihrem späteren Leben gegen die korrumpierenden Einflüsse behaupten und die Welt zum Besseren verändern. Wer gelernt hat, aus der Quelle der Beziehung zu Jesus Christus zu leben, bringt Licht an jeden Ort – ob als Vorstandschefin, Filmemacher, Abteilungsleiter oder Politikerin!

Etwas Würze, bitte!

Wo wir gerade von Licht sprechen: dem oben erwähnten Satz von Jesus stellt Er einen anderen voran: “Ihr seid das Salz der Erde”, verbunden mit der Warnung “wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll es gesalzen werden?” [Mt 5:13]

Gerade weil wir um die Macht der Prägung wissen, ist uns auch klar, dass das weder eine einfache noch eine einseitige Sache ist. Wie also bewahren wir unsere “Salzkraft”, um dem Leben der Menschen um uns herum heute und in Zukunft Würze zu verleihen?

  1. Das Fundament: betende und anbetende Gemeinschaft

“No man is an island”, dichtete John Donne. Erst recht nicht als Christ. Wir sind dazu geschaffen, ein herausfordernd offenes, ehrliches und liebevolles Miteinander zu leben. Das geschieht aber nicht, indem wir uns gegenseitig auf den Bauchnabel starren, sondern indem wir uns auf den ausrichten, der vor 2000 Jahren die größte Weltveränderungsbewegung aller Zeiten losgetreten hat: Jesus Christus. Gebet und Anbetung in Gemeinschaft sind die Markenzeichen authentischen Christentums, und das gilt auch für uns als SfC.

  1. Das Zeugnis gegenüber Kommilitonen

Um wen geht es denn? Richtig, aber außer um Jesus? Genau – um diejenigen, die von Jesus nichts wissen oder nichts wissen wollen (manchmal aus sehr verständlichen Gründen). Die, mit denen ich Vorlesungen besuche, Lerngruppen bilde, Sport mache, auf Partys abhänge. Als SfC ist es unser Job, unseren Kommilitonen ein Licht zu sein. Nicht eines, das sie blendet, sondern das ihnen demütig den Weg zu Jesus hin leuchtet. Dazu braucht es unsere Kreativität, viel Zeit und ganz viel Mut.

  1. Die Beschäftigung mit den Anliegen der Gegenwart

Adieu, christliche Seifenblase! Wir tun der Welt – und uns – keinen Gefallen, wenn wir den Blick nicht über den Tellerrand bekommen. Als Herr über diese Welt interessiert sich Jesus für Digitalisierung, Einkommensverteilung, Regierungsbildung und Umweltschutz. Bildung und Erziehung fallen genauso in seinen Interessenbereich wie die Frage, ob Deutschland Waffen exportieren oder die Renten erhöhen soll. Deshalb sollten wir uns auch damit beschäftigen. Und uns fragen, welche Lösungsangebote Jesus durch uns als zukünftige Führungskräfte macht.

Auf Nimmerwiedersehen, christliche Parallelwelt – Herzlich Willkommen, Verantwortungsbewußtsein für Gottes weite Welt!

Blick nach vorn

Wenn du schon mit uns unterwegs bist – als Student, Mitarbeiter, aber auch als Alumni oder Unterstützer – dann ist das wunderschön! Du bist SfC!

Wenn du gerade am Studienanfang stehst oder dir endlich mal eine SfC-Gruppe aus der Nähe anschauen willst: Herzliche Einladung! DU BIST WILLKOMMEN!

Du wirst dort Studentinnen und Studenten wie dich treffen: laut, leise, unternehmungslustig, wissbegierig, hingegeben, freudestrahlend, nachdenklich. Deren Herzschlag es ist, Jesus nachzufolgen, mit allen kleinen und großen Konsequenzen.

Und die eines wollen: Studenten prägen und damit Zukunft gestalten.

Sei dabei.

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