Geheime Lernbooster – zum Anwenden… und Weitersagen

Wenn Lernen für dich nicht besser oder einfacher gehen könnte, dann kannst du diesen Artikel ignorieren.

Andernfalls erfährst du hier, warum die folgende Aussage FALSCH ist – und was du wirklich in der Hand hast:
“ALLES, WAS DU BEIM LERNEN TUN KANNST, IST DICH REINKNIEN UND HART ARBEITEN!”

 

Unverarbeitete Wahrheiten

Menschen, die unvorbereitet beim Marathon antreten, sind dazu bestimmt zu versagen! Ohne Vorbereitung kannst du keinen Kuchen backen. Wer Spaß hat, lernt ganz von selbst.

 

Das sind Aussagen, denen wir gerne zustimmen. Dennoch bringen wir sie nicht ganz in den Zusammenhang, den sie am Arbeitsplatz oder in der Uni spielen können. Gehen wir dem Ganzen also kurz auf den Grund.

Vorbereitungen für Prüfungen können bei manchen – abhängig vom gelernten und geprüften Inhalt – wie Kuchen backen sein:

Rezept – Zutaten – Rühren – Backen – 50 min später: fertig.

Bei anderen nimmt es eher die Form an, dass sich der Inhalt mühsam in Knochen und Muskulatur einarbeiten muss und der Prozess scheinbar Monate dauert.

 

Jetzt kommt der Punkt: Wie wäre es, wenn ich dir verrate, dass Verhalten ein Resultat von Person und Umwelt ist (V = P x U) ?

 

Wärst du dann total begeistert, weil es dich in die Lage versetzt zu verstehen, dass dein Lernen nämlich auch von deiner Umwelt abhängt?! Hast du schon mal gemerkt, wie schnell du lernst, wenn du etwas ganz dringend wissen willst? Zum Beispiel, was dein Lieblingshaustier gesund machen könnte oder wie du das nächste Level in deinem Lieblingsspiel schaffen kannst.

 

DU kannst also die Umwelt für dein Lernen VERÄNDERN!

 

  1. Verschaff dir die nötige Zeit

Du kannst dir die Zeit verschaffen, Inhalte zu integrieren und ein Teil von dir werden zu lassen. Plane dir frühzeitig die Zeit ein, dich mit den Inhalten auseinandersetzen zu können.

Lege einen festen Ort und eine feste Zeit für das jeweilige Thema fest, so dass es leichter für dich wird, dich auch an deinen Plan zu halten. Es ist wie beim Training: steht Ort und Zeit fest, gehst du auch hin.

 

Der Ansatz, genügend Zeit einzuplanen, ist bekannt als Expertise durch Zeit. Dabei ist wichtig, ganz bewusst das zu üben, was man noch nicht kann (deliberate practice)! Natürlich sollte auch wiederholt werden, was schon an Wissen besteht.

 

Hierbei spielt dein Zeitmanagement eine große Rolle. Plane, wann du wofür wie viel Zeit sicherst und kalkuliere lieber mehr Zeit ein, die du notfalls mit Kaffee trinken füllen kannst.

Ein Tipp vom Coach: Wenn du Schwächen beim Strukturieren hast, frag doch deine Freunde ob sie dir helfen!

 

Steck dir deine eigenen Ziele und Deadlines!

Sorge durch deine Ziele und Deadlines für den nötigen Druck um lernen zu können. Stress ist eine umgekehrte U-Funktion – zu viel und zu wenig Stress machen dich unproduktiv!

 

Ein Beispiel: Lisa verschafft sich genügend Zeit, um sich auf eine Prüfung vorzubereiten, bei der die Durchfallquote bei 70% lag. Lisa steht gar nicht auf Statistik, beschäftigt sich jedoch mehrere Stunden am Tag mit den Aufgaben und Übungen. Sie nimmt sich die Zeit, sich zu Themen zu belesen, die sie nicht versteht. Das Resultat ist unvorstellbar für sie: Sie besteht die Prüfung, vor der sie am meisten Angst hatte.

Lisa gehört zu den 30%, die bestanden haben, und begleitet jetzt ihre Kommilitonen.  

stress graph

  1. Gestalte individuell, wie du dich mit den Themen auseinandersetzen willst

 

Aber du kannst auch die Art und Weise gestalten, auf die du dich mit den Inhalten auseinandersetzen willst. Mach es deinem Gehirn einfacher!

Du brauchst nicht zu Medikamenten zu greifen, um dein Gehirn aufnahmefähiger zu machen, sondern brauchst nur die zuständigen Areale zu aktivieren. Nutze Monster Tipp 1 & 2 und entdecke selbst deren Wirkung. Mehrfache Anwendung erhöht deren Nutzen!

 

 

Monster-Tipp N°1 – Die 90-Sekunden-A-Z-Liste!

 

So funktioniert es: Du schreibst das Thema, mit dem du dich beschäftigen solltst/musst/willst, oben auf eine DIN A4-Seite. Dann schreibst du das Alphabet von oben nach unten auf das Papier. Wenn die 90 Sekunden beginnen, schreibst du die Informationen auf, die dir einfallen – immer passend zu einem Buchstaben. Natürlich kannst du hin und her springen. Der Buchstabe dient lediglich als “Haken”, an dem du die Informationen “aufhängst”.

Die Verbindungen werden mit der Zeit besser und die Informationen dadurch schneller zugänglich, so dass sich die Abrufzeit reduziert. Dir fällt demnach gefühlt immer mehr ein ^^

Bau in dein Lernen immer wieder A-Z-Listen ein, dadurch erhöhst du die Abrufleistung bezüglich des Themas und erweiterst deine Aufnahmekapazität.

Mache es dir zur Routine und beginne deine Übungseinheiten damit, eine A-Z Liste zu machen.

 

Monster-Tipp N°2 – Das WQS! (Wissens-Quiz-Spiel)

 

Fragen sind einer der mächtigsten Neuro-Mechanismen, die Lernen ermöglichen!

Die Mini-Version:

  1. Du stellst dir also eine Frage zu deinem Thema (du kannst im Vorfeld auch mehrere Fragen ausarbeiten)
  2. Runde 1: Du findest durch Raten und dein Vorwissen Lösungsvorschläge.

(Hier besteht die Möglichkeit deine Ansätze mit Freunden/Kommilitonen etc. zu vergleichen)

  1. Runde 2: Du sammelst Informationen, um deine Lösungsvorschläge zu untermauern, zu widerlegen oder zu ergänzen. Hier dürfen deine Lernmaterialien verwendet werden

 

Fragen sind einer der mächtigsten Neuro-Mechanismen, die Lernen ermöglichen!

Dabei darfst du am Anfang gern „wild durch die Gegend raten“, da es egal ist, wie sicher du dir bei den Antworten bist.

Es gilt nämlich die Regel:

Jede Antwort, die du gibst, löst jene Neuro-Prozesse aus, die beiläufiges Lernen ermöglichen!

 

Unter diesem Link findest du weitere Informationen, wie das WQS zu spielen ist und was neurologisch dahinter steckt.

 

Dann viel Erfolg beim Lernen! 🙂

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