Es Wurde Licht

Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit

Wo würde Ostern abschneiden, wenn man ein Ranking der Feiertage in Deutschland erstellte? Vermutlich hinter Weihnachten (Geschenke!), möglicherweise auch hinter Pfingsten (weil es dann schon deutlich wärmer ist). Immerhin bekommt man mit Ostern gleich einen Freitag UND einen Montag frei, also ein richtig langes Wochenende. Und Schokolade!

Ich vermute, dass selbst für den christlichen Studenten die Bedeutung von Ostern nicht automatisch klar ist. Oder, vielmehr, die gefühlte Bedeutung deckt sich nicht mit der historischen. Denn die hat’s in sich.

Fun Fact: Ostern findet erst seit 325 n.Chr. unabhängig vom Passahfest (Pessach) statt

 

Kein Ostern, kein Christentum – das lässt sich tatsächlich so sagen. Schon der Apostel Paulus, dessen Schriften immerhin die Hälfte des Neuen Testaments ausmachen, sagte wenige Jahre nach Jesu Tod: “Wenn Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig” (1. Kor 15:17)

 

Im Klartext: an Ostern feiern wir, dass Jesus tot war, aber auferstanden ist – und wenn wir uns in dem Punkt geirrt haben sollten, dann sind die 2000 Jahre Kirchengeschichte Humbug und Zeitverschwendung, und dann ist unser persönlicher Glaube bestenfalls ein Hilfskonstrukt.

 

Doch darüber hinaus: was bedeutet Ostern noch? Was hat das mit mir zu tun?

Mal ganz persönlich: ich bin ein Fan der Osterliturgie geworden. Mein persönliches Highlight an Ostern ist nicht nur das Ende der Fastenzeit (endlich wieder Fleisch, Süßigkeiten und Alkohol!), sondern der Ostermorgen. Viele Gemeinden veranstalten Gottesdienste zum Sonnenaufgang, die mit dieser Symbolik der aufgehenden Sonne unterstreichen, was durch die Auferstehung Jesu in dieser Welt und unseren Herzen passiert ist.

Es wurde Licht.

Wo Finsternis herrschte, bricht der “Aufgang aus der Höhe” (Lukas 1:78) herein und verwandelt alles für immer. Seit Jesus auferstand, ist klar, dass es mit dem Tod nicht aus ist. Vielleicht kämpfst du nicht mit akuter Angst vor dem Tod, aber die Ableitung daraus spricht auch in alltägliche Situationen: die Mächte des Todes, der Zerstörung und des Verfalls, in welcher Form sie uns auch begegnen, haben nicht das letzte Wort.

Fun Fact:
- die Osterzeit dauert sieben Wochen
- die liturgische Farbe der Osterzeit ist weiß

Die große Wende

Ostern liegt für uns weit in der Vergangenheit, deshalb entgeht uns meistens das Dramatischste dabei. Versetzen wir uns einmal in den Schock von Karfreitag und die Trostlosigkeit des Karsamstags, dann wird uns plötzlich klar, warum die Jünger so überwältigt waren. Wer einmal an einem Tiefpunkt im Leben angekommen ist, an dem es keinen sinnvollen Schritt nach vorne mehr gibt, an dem alle Hoffnung zerbrochen scheint, der kann es nachempfinden. Sollte es wirklich wahr sein – kann es wirklich sein, dass Er lebt?

Dieses todesfesselnsprengende, erderschütternde Ereignis der Auferstehung hat die Kraft, unsere Sicht auf Versagen und Tod völlig zu verändern. Jesus schien am Karfreitag ein Versager, ein Gescheiterter zu sein. Aber der Ostermorgen sagt: Gott ist mächtig genug, aus dem Tod heraus Leben hervorzubringen, und Er kann selbst das größte Versagen zu einem ewigen Sieg umwandeln.

Und das gilt für dich und mich genauso. Wir sind eingewoben in diese Auferstehungsgeschichte. Jesus in uns, das ist die Hoffnung der Herrlichkeit! Eine Hoffnung, die uns in den dunkelsten Stunden zusprechen kann: Es ist nicht vorbei – es kommt eine Auferstehung.

Fun Fact: In der frühen Kirche war Ostern der Tag, an dem neue Gläubige nach längerer Vorbereitungszeit getauft wurden und zum ersten Mal am Abendmahl teilnahmen

Alles neu

Schon mal darüber nachgedacht, warum Jesus am Sonntag auferstand? Warum orchestrierte Gott es so, dass dieses Ereignis auf diesen und nicht einen anderen Tag fiel?

Nach biblischer Rechnung fällt die Auferstehung damit auf den ersten Wochentag. Den ersten Tag der Schöpfung. Der Tag, an dem Gott sprach “Es werde Licht”, und an dem unser ganzer Kosmos geboren wurde.
Und Jesu Auferstehung an diesem Tag verkündet: Schaut her! Die Geschichte ist nicht zu Ende, sondern wir schlagen ein neues und entscheidendes Kapitel auf. Diese Welt wird nicht einfach immer schlimmer und schlechter. Sondern: “Siehe, ich mache alles neu.” (Offenbarung 21:5)

Gott macht diese Welt neu. Auch dich und mich. Nichts muss so bleiben, wie es war. Und wir bekommen einen hohen Auftrag: Mitarbeiter Gottes zu werden, durch die diese Welt die Verwandlung, die Neuwerdung erfährt, die sie braucht. Wenn das mal nicht mehr Grund zu feiern ist als ein Schokohase!

Also: lass es krachen an Ostern! Feiern ist angesagt!

Deine Frühlingsgefühle passen dazu, denn es gibt wirklich und echt und für immer Grund zur Freude!
Auf biblisch sagen wir das mit einem Wort (und dieses Wort wird in der Liturgie in den ganzen 40 Tagen vor Ostern nicht verwendet):

Halleluja!

Am Ostermorgen darfst du das so laut rufen, dass es bis zu mir schallt. Vielleicht hören wir uns dann gegenseitig.

 

PS: einen passenden Song darüber, wie Jesus den Tod überwunden hat, inklusive Poetry Slam, findest du hier. Hör mal rein.

PPS: wenn du gerne mal wissen möchtest, wie das mit der Beweislage für die Auferstehung aussieht, klick dich hier rein:

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